Der Name Mariaspring findet sich erstmals im Jahre 1516 im Zusammenhang mit einem Steinbruch, der von Göttingen aus genutzt wurde, so beim Bau des Rathauses. Dass damit die Quelle Mariaspring gemeint war, beweist die Eintragung in einer Karte aus dem Jahre 1582 „Im Mergenspring“. Das Wasser der Spaltquelle, das sich durch eine besonders große Härte auszeichnet, trieb im letzten Jahrhundert bis zu neun Mühlen.

Seine eigentliche Bedeutung gewann der Ort Mariaspring am Ende des 18. jahrhunderts, als der Göttinger Medizinprofessor Strohmeier sogenannte „Landpartien“ zu der Quelle und der nahegelegenen Papiermühle veranstaltete. Musikanten waren dabei, und der damalige Papiermüller und Wirt Henning Hasenbalg sorgte für die Getränke. Die Landpartien fanden so großen Anklang, dass in den folgenden Jahren Göttinger Universitätskreise in großer Zahl Ausflüge nach Mariaspring durchführten, wobei der Tanz eine wichtige Rolle spielte. Am Abend des 12. August 1801 weilte Johann-Wolfgang von Goethe in einer Runde Göttinger Professoren in Mariaspring.

Der Papiermüller Hasenbalg und seine Erben nutzten die Gunst der Stunde. Sie ließen die Quelle in Form einens engeren Bassins fassen und versahen die steilen Hänge der Schlucht mit Terrassen und Grotten sowie Tischen und Bänken. Von 1804 an kam es zu regelmäßigen Tanzveranstaltungen. Eine feste Tanzfläche, der sog. „Tanzsaal“ wurde errichtet. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es zur Regel, dass während der Sommermonate an Mittwoch- und Sonnabendnachmittagen „Konzert mit anschließendem Tanz“ gegeben wurde. Mariaspring – im Volksmund „Mariahüpp“ genannt – wurde als Tanzparadies weithin bekannt und von den Göttinger Verbindungen stark besucht.

In den zwanziger Jahren nach dem Ersten Weltkrieg soll es rund um die Quelle 4.000 Sitzplätze gegeben haben. Mit dem Dritten Reich kam dann das jähe Ende von „Mariahüpp“. Heute erinnert nur noch die eingefasste Quelle, das Mühlengebäude, einige Stallungen und das 1927 erbaute Wirtschaftsgebäude (der ältere Gebäudeteil der Heimvolkshochschule) an vergangene Zeiten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Wirtschaftsgebäude zeitweilig als Außenstelle des Kreiskrankenhauses genutzt. Für einige Monate kamen hier Babys zur Welt.

1953 wurde im Zuge des geistigen Wiederaufbaus die ländliche Heimvolkshochschule Mariaspring gegründet. Ziel war zunächst die Bildung des Landvolkes. Über die Jahre haben sich jedoch die Zielgruppen erweitert. Heute steht die Heimvolkshochschule allen Erwachsenengruppen offen und bietet eine angenehme Atmosphäre zum Lernen und Austauschen.