Zum recht breiten Themenkomplex deutscher Zeitgeschichte existiert inzwischen eine schwer überschaubare Zahl an Büchern, Broschüren, Filmen und Websites. Dennoch begeben wir uns immer wieder auf die Suche nach geeigneten Arbeitsmaterialien für unsere Seminare, um
intensiver in bestimmte Fragestellungen zu historischen Ereignissen einzutauchen. Daraus entwickelten wir die Idee, eigene Arbeitsmaterialien für die Erwachsenenbildung zu erstellen, die als OER-Material (Open Education Resources) genutzt werden können. Es soll nicht das x-te Themenheft entstehen, sondern digitale Materialien, die verändert, angepasst oder gekürzt werden können, je nach Zielgruppe. Die Materialien sollen weiteren interessierten Einrichtungen in der Erwachsenenbildung zur Verfügung stehen. Auf diesem Wege möchten wir die Aufmerk-samkeit in der historisch-politischen Bildung auf die Bearbeitung zeitgeschichtlicher Themen lenken.
Das Entwickeln und Erstellen solcher Arbeitshilfen ist nunmehr zusammen mit umfangreichen Archivrecherchen Gegenstand eines Projektes mit dem Titel „West – Ost – Eichsfeld“ geworden, das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird. Anhand nach-folgender Leitfragen orientiert sich die Arbeit im laufenden Projekt:
– Wie nahmen die Menschen es wahr, dass sie an dieser „Systemgrenze“ auch eine repräsentative Funktion hatten?
– Wie wurde beurteilt, dass Besuchern bzw. Grenztouristen und Teilnehmern an Bildungsreisen vor der alltäglichen Kulisse der erschreckenden Grenzanlagen vermittelt werden sollte, welche Freiheiten sie in einer Demokratie genießen?
– Verstand man sich selbst als Teil eines „Frontverlaufs der Demokratie“ und wurde dieses Gefühl durch Grenznähe, Familienbande und das kulturelle Erbe der Region verstärkt oder stand den Eichsfelder*innen vornehmlich die tagtäglich erfahrene konkrete Trennung vor Augen?